[ Affig.!? } H&M-Model ist „coolster Affe“, wirklich ein Rassismus-Eklat.!?
"Coolster Affe im Dschungel" - H&M empört mit rassistischer Werbung

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.   H&M-Model ist "coolster Affe", ein Rassismus-Eklat.!? London (pte) - Das schwedische Textilhandels­unternehmen H&M http://hm.com hat in seinem britischen Online-Shop mit einem afroamerikanischem Kindermodel, das einen Hoodie mit der übersetzen Aufschrift…

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Henryk M. Broder: Kritik der reinen Toleranz

5.0 von 5 Sternen "Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche - und Intoleranz für ein Gebot der Stunde" (201)., 6. September 2008 Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Kritik der reinen Toleranz (Gebundene Ausgabe) "Kaum jemand traut sich, aus der Reihe zu treten und zu sagen: Unsere politische Kultur ist nicht ideal, nicht perfekt und nicht vollkommen, aber die beste, die wir je hatten und um Lichtjahre besser als die politischen Kulturen in den Ländern, aus denen die Migranten kommen. So etwas zu sagen, käme einem Super-Gau gleich, eher könnte es passieren, dass Verona Pooth zur Intendantin der Bayreuther Festspiele ernannt wird. Aber: So viel Intoleranz muss sein, der Klarheit zuliebe" (188). Henryk Broder war schon immer der Typ, der bei der Wahl der rhetorischen Waffen eher zur Bazooka als zum Florett gegriffen hat. So war es bei seinem 2006 erschienenen Buch Hurra, wir kapitulieren!: Von der Lust am Einknicken, in dem er die westliche Wertegemeinschaft dazu aufrief, den Islam endlich als Bedrohung wahrzunehmen und ihn nicht weiter zu verharmlosen. Sein neues Buch "Kritik der reinen Toleranz" knüpft hier nahtlos an. Broder stellt fest, dass der gesellschaftlich-politische Diskurs in Europa von einer geradezu neurotischen Sucht nach einer Toleranz geprägt sei, die nicht normativ gebunden ist und für sich allein stehend als Kardinaltugend fungiert. Seine Hauptattacken gelten weiterhin dem Islam und dessen politische korrekten Apologeten, die bereit sind, Ehrenmorde, Selbstmordattentate und gewaltsame Proteste gegen Karikaturen des Propheten mit dem Hinweis auf die imperiale Arroganz des Westens zu relativieren: "Der Westen ist kulturell in der Defensive, was ihm an Tatkraft fehlt, macht er durch Toleranz wett, während die Migranten, die als benachteiligt gelten, ein gesundes Selbstbewusstsein vorleben, um das man sie nur beneiden kann, und das nicht nur, wenn es um die Größe der Moscheen und die Höhe der Minarette geht, die gebaut werden sollen" (199f.). Zur Höchstform läuft Broder auf, wenn er die Vertreter des Gutmenschentums mit Hohn, Spott und einer gehörigen Dosis Sarkasmus überzieht. Über zwei Wissenschaftlerinnen, die behaupten, dass "die Entblößung des weiblichen Körpers" (168) nicht viel schlimmer sei als "die Verhüllung des weiblichen Körpers in der islamischen Kultur" (ebd.), bemerkt er süffisant: "Man kann keinen Akademiker dazu zwingen, täglich mindestens eine Tageszeitung zu lesen, man muss ihn nur daran hindern, seine eigenen Wahrnehmungsstörungen als wissenschaftliche Erkenntnis auszugeben" (169). Vor Zynismus noch triefender sind Broders Breitseiten gegen die esoterische angehauchten Kulturrelativisten im Allgemeinen: "Sie besuchen Meditationskurse, trainieren Kung Fu, richten ihre Wohnungen nach den Regeln des Feng Shui ein [...] und wenn sie am späten Abend nicht zu müde sind, weil sie den ganzen Tag Krombacher Pils gesoffen haben, um den brasilianischen Regenwald zu retten, dann schauen sie sich auf arte noch einen ausländischen Film in der Originalfassung an" (118). Na dann mal Prost... Mit seiner heftigen und teils verletzenden Polemik trifft Broder aber genau den Kern der Sache. Es ist schwachsinnig, einfach nur mehr Toleranz zu fordern. Toleranz ist ein wertfreier Begriff und an keine positiven Werte und Normen gebunden. Für wen oder was soll diese allumfassende Toleranz denn gelten? Für Neo-Nazis, die im Suff Ausländer in der ostdeutschen Provinz zu Tode hetzen? Für Pädophile? Für Steinigungen von Frauen, die vergewaltigt wurden und somit Ehebruch begangen haben? Für Länder wie den Iran, in denen Schwule gehängt werden? Toleranz muss normativ gebunden sein und diese Bindung erfolgt bei uns durch die unveränderlichen ersten 20 Artikel des Grundgesetzes. Alle, die bei Broders Attacken gegen zu viel Toleranz die Nase rümpfen und ihm unter anderem Ausländerfeindlichkeit attestieren wollen, sollten zur Kenntnis nehmen, was Carlo Schmid, einer der Väter des Grundgesetzes, der 1948/9 für die SPD im Parlamentarischen Rat saß, gesagt hat: "Wir müssen den Mut zur Intoleranz denjenigen gegenüber haben, die die Mittel der Demokratie benutzen wollen, um diese zu beseitigen." Dieses Credo der wehrhaften Demokratie, welches auf die Erfahrungen der Weimarer Republik gemünzt war, muss wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung gelangen, bevor es zu spät ist. Wertfreie Toleranz ist ein Verbrechen gegen unser freiheitlich-demokratisches Gesellschaftsmodell, welches sich, bei aller Schwäche, als das Beste erwiesen hat, was jemals von einer Gemeinschaft von Menschen ausprobiert wurde. Oder in den Worten Broders: "Ich halte Toleranz für keine Tugend, sondern für eine Schwäche - und Intoleranz für ein Gebot der Stunde" (201). "Kritik der reinen Toleranz" ist die neue Streitschrift des Spiegel-Autors Henryk M. Broder, der sich - wie schon so oft- auch diesmal nicht scheut, die seine kritische Meinung sehr offen auszusprechen.

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